contcept

BLOG.

Spätestens seit Donald Trump die präsidiale Weltbühne betreten hat, mussten selbst schwergewichtige US-Unternehmen schmerzlich erfahren, was Twitter zu leisten vermag. Der Online-Dienst stellt seinen Usern zwar nur 140 Zeichen für einen Tweet zur Verfügung. Doch diese können es in sich haben. So „zwitscherte“ Trump kürzlich an einem Morgen, die Kosten für ein Militärprogramm seien „ausser Kontrolle“ und dass er in Zukunft „Milliarden Dollar“ einsparen wolle.

Nach dieser Ansage brach der Aktienkurs des betroffenen Unternehmens um 2,5% ein. So vernichtete Trump zwischen Frühstück und Mittagessen gemäss Berechnung der NZZ am Sonntag mit einem einzigen Tweet vier Milliarden US-Dollar Marktwert. Ihm wird es den Appetit nicht verdorben haben, wohl aber den Verantwortlichen des betroffenen Unternehmens. Und auch der Branche wird beim Abendessen der Biss im Hals stecken geblieben sein, denn am Nachmittag nach der Attacke lag der US-Leitindex für Luftfahrt und Verteidigung immer noch mit etwa 1,6% im Minus.

Einen Aktieneinbruch ereilte auch den US-Flugzeughersteller Boeing, den der baldige Präsident ebenfalls via Twitter attackierte: „Boeing baut neue 747 Air Force One für künftige Präsidenten, aber die Kosten sind ausser Kontrolle, mehr als 4 Mia. USD Bestellung stornieren!“ Natürlich ist es für einen zukünftigen Präsidenten ungewöhnlich, so direkt einzelne Unternehmen anzugreifen. Aber Donald Trump ist eben Donald Trump, und nichts scheint ihn davon abzuhalten, sich weiterhin über seinen Lieblingskanal Twitter zu äussern. Und zwar so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

Aktiv ist Donald Trump auch auf Instagram, dort aber muss er sich von einer (unbekannten) Frau geschlagen geben: Zwar kommt er auf 4,3 Millionen Follower, doch die Italienerin Chiara Ferragni stiehlt ihm mit 7,4 Millionen locker die Show. Sie ist 29 Jahre alt und mit ihrem Blog „The Blonde Salad“ eine der wichtigsten Akteurinnen in der Blogger- und Influencer-Szene. Gemäss Recherchen der NZZ am Sonntag beschäftigt sie 16 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 12 Millionen Dollar.

Influencer präsentieren auf ihren Blogs Fotos und Videos von sich selbst und von Produkten (sowohl aus der Luxusgüterindustrie, aber auch von Riesen wie H&M und Zara), die ihnen von Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Wer sich dabei geschickt anstellt und eine grosse Anzahl Follower hat, kann viel Geld verdienen. In dieser Sphäre mischt sogar eine Schweizerin mit: die 21-jährige Kristina Bazan aus Genf. Mit ihrem Blog „Kayture“ erreicht sie auf Instagram 2,4 Millionen Abonnenten und gilt gemäss NZZ am Sonntag als eine der weltweit wichtigsten digitalen Meinungsmacher. Mittlerweile lebt sie in Los Angeles und arbeitet an einer Musikkarriere – keine schlechte Idee, wenn man bedenkt, dass „Influencer“ weltweit der neue Traumberuf sehr vieler junger Frauen ist.